Lebendige und attraktive Innenstädte – möglich oder Illusion?
Bausteine für eine nachhaltige Stadtentwicklung mit Präsentation der Ausstellung „Gemeinsam Wohnen“

17.11.2009, von 10.00 - 14.45 Uhr
Moritzhof - Galerie
39124 Magdeburg, Moritzplatz 1

Leerstand und brachliegende Grundstücke mitten in den Städten sind ein Problem, das Kommunen, Stadtplaner und Architekten sowie Bürgerinnen und Bürger herausfordert. In diesem Forum sollen verschiedene Perspektiven und Ansätze vorgestellt und unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten erörtert werden. Anhand unterschiedlicher Beispiele wollen wir einerseits aufzeigen, welche Möglichkeiten für die Kommunen sowie für die Bürgerinnen und Bürger bestehen und andererseits diskutieren, ob und inwieweit sich diese Beispiele auch für andere Kommunen fruchtbar machen lassen.

Seit den 90er Jahren konstatieren Städte verstärkt ein neues Phänomen, das allgemein in dem Begriff Schrumpfung seinen Ausdruck findet.

In den Neuen Bundesländern ist ein flächendeckender Schrumpfungsprozess zu beobachten, der seine Voraussetzungen in dem durch die Vereinigung erfolgten radikalen Strukturbruch hat. Die Folge war und ist eine immense arbeitsmarktbedingte Abwanderung, die sich in den sinkenden Einwohnerzahlen der Städte spiegelt. Die daraus entstehenden demografischen Probleme ziehen unweigerlich wirtschaftliche Probleme nach sich und schränken damit auch die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen ein.

Ostdeutsche Städte stehen für eine Option der Stadtentwicklung, für die es keine bewährten und belastbaren Lösungsstrategien gibt. Die existierenden Regelungen und Instrumente der Stadtentwicklung sind in Deutschland wie in Europa auf die Steuerung von Wachstum und die Erneuerung von Bestehendem eingespielt.

Stadtentwicklung verlangt deshalb nach neuen Wegen und Lösungen. Handlungsspielräume müssen ausgelotet, neue Antworten gefunden werden. Dabei gilt es nicht nur, neue Formen von Kooperationen anzustreben, sondern auch neue Formen des Wohnens und der Stadtgestaltung zu denken und zu ermöglichen. Die Interessen der Bürgerinnen und Bürger sollten dabei genauso ausgelotet und einbezogen werden, wie zukunftsweisende Ideen der Stadtgestaltung und die finanzielle Situation der Kommunen.

Der Bogen lässt sich hier spannen von neuen Bedürfnissen nach gemeinschaftlichen Wohnen, über innerstädtisch orientiertes Wohnen für Familien, der aktiven Mitgestaltung und Erhaltung historischer Gebäude durch die Bürgerinnen und Bürger, bis zu Selbstversorgungsansätzen in der Stadt und dem Erhalt innerstädtischer Infrastruktur.

Mit der Orientierung der Konzepte auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Akteure in den Kommunen, durch Kooperation, Vernetzung und vor allem durch die engagierte Initiative vieler Bürgerinnen und Bürger, zeigen einige Städte, dass Lösungen gefunden werden können.

Dieses Forum möchte Beispiele aus verschiedenen Städten vorstellen und befragen, die den Herausforderungen schrumpfender Städte, insbesondere brach liegender innerstädtischer Flächen und leerstehender Gebäude begegnen sowie Perspektiven zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung aufzeigen.