E-Mail Drucken

Deichrückverlegung am Oberluch - Der Deich macht Platz für die Elbe


Deichrückverlegung am Oberluch - Der Deich macht Platz für die Elbe
Art des Akteurs: Privat
Projektbeginn: 2005
Beitrag aktualisiert: 01. Januar 2016

Akteur

Landesverwaltungsamt Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe 6813 Dessau-Roßlau
Webseite: http://www.mittelelbe.com

Kontakt

mailto:bioresme@lvwa.sachsen-anhalt.de
Rita Drieselmann
Telefon: .0349044210

Nach dem Jahrhunderthochwasser von 2002 wurden schnell Stimmen laut, die den Bau höherer Deiche forderten. An der Mittleren Elbe bemühte man sich zusätzlich um Alternativen. Hier sind – ganz im Sinne einer nachhaltigen Hochwasserpolitik – derzeit 15 Deichrückverlegungen mit einer Gesamtfläche von 2600 ha geplant.

Die so entstehenden Überschwemmungsräume verringern nicht nur die Schäden bei Hochwasser, sondern bieten auch Schutz für bedrohte Tiere und Pflanzen und filtern Schadstoffe aus den Flüssen. Die Planung ist oft langwierig, weil mit der Bevölkerung vor Ort und den Eigentümern der zur Flutung vorgesehen Flächen angemessene Lösungen gefunden werden müssen.

Die erste große Deichrückverlegung nach der Flut konnte das Land Sachsen-Anhalt am Roßlauer Oberluch realisieren: Hier hat die Elbe im Jahr 2005 140 ha Überflutungsauen zurückerhalten. Etwa 3,6 Mio m³ sogenannter Retensionsraum sind entstanden. Dabei ging es den Planern nicht in erster Linie darum, den Scheitel künftiger Hochwasser zu beeinflussen. Vielmehr ist der Deich durch einen neuen Anbau von 930 m von insgesamt 3,2 km auf 1,2 km Länge geschrumpft. Bei Hochwasser ist er daher weit besser zu sichern als bisher. Ein neues Schöpfwerk wird das Dränge- und Niederschlagswasser in Zukunft ableiten. Beides trägt zu einem deutlich besseren Schutz der hochwassergefährdeten Stadtteile von Roßlau bei. Mit der periodischen Überflutung der ehemaligen Auen des Oberluches Roßlau sollen neuer Auwald, artenreiches Feuchtgrünland und ganzjährige wasserführende Biotope entstehen, in denen neben vielen anderen Tieren und Pflanzen auch der Elbebiber, die Rotbauchunke, Lurche, Kraniche und die sibirische Schwertlilie wieder einen Lebensraum finden.

contentmap_plugin

Globale Nachhaltigkeitsziele