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Reisewerk Dessau - Zwischen Weltkulturerbe und Visionen


Art des Akteurs: Privat
Beitrag aktualisiert: 18. November 2018

Akteur

Reisewerk StattReisen
Karlstrasse 28
06844 Dessau-Roßlau
Webseite: http://www.reisewerk.de

Kontakt

mailto:info@reisewerk.de
Telefon: 0340 2211933

Wer sich mit dem Dessauer Reisewerk auf Entdeckungstour begibt, erfährt Ungewöhnliches über das Elbeland. Denn das Reisewerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein möglichst facettenreiches, realistisches Bild von der Region zu vermitteln und dabei auch Licht und Schatten in den Blick zu nehmen.

Die Region hat, selbst jenseits der Weltkulturerbestätten Bauhaus, Gartenreich und Wittenberg, viel zu bieten. Dieses Potential möchte das Reisewerk erschließen und setzt dabei weniger auf Anekdoten als vielmehr auf Fakten, fundierte Recherchen und strenge Qualitätskriterien. „Wir werben mit großer Überzeugung für die Region, aber zur Dessauer Stadtgeschichte gehören beispielsweise nicht nur zweimal Weltkulturerbe, sondern eben auch die Produktion von Zyklon B “, erläutert Guido Fackiner, Mitbegründer des Reisewerks, das Konzept.

1996 als Projekt der Stiftung Bauhaus ins Leben gerufen, steht das Reisewerk heute auf eigenen Füssen: sechs ehemalige Mitarbeiter haben es 2003 in eine private Agentur überführt und entwickeln seit dem Neustart vor allem bildungstouristische Angebote zwischen Dessau und Wittenberg: Stadtführungen, Radexkursionen und mehrtägige Bildungsurlaube. Über den engen Kern der Gründer hinaus fühlen sich etwa 20-25 Vorruheständler und Studenten, Landschaftsplaner, Stadtplaner und Geologen, dem Reisewerk verbunden. Sie alle bieten gelegentlich Führungen an. Es macht ihnen Spaß, über die Geschichte der Region und aktuelle Entwicklungen ins Gespräch zu kommen.

So vielfältig wie die Region, so umfangreich ist das Angebot. Das Reisewerk lädt ein, liebevolle, aber auch kritische Blicke hinter die Kulissen von Schlössern und Siedlungen, Parks und Kraftwerken zu werfen. Unter dem Titel „Einmal Arkadien und zurück“ lädt das Reisewerk mehrmals wöchentlich in den Landschaftsgarten Georgium. Kleinodien wie die absolutistisch-barocke Anlage von Schloss und Stadt Oranienbaum oder die „industrie-barocke“ Siedlung Zschornewitz, wo statt des Schlosses ein Kraftwerk, das erste Braunkohle- Großkraftwerk Europas, im Zentrum des Ortes steht, erzählen Geschichte. Auf den Spuren von Kohle, Dampf und Licht gibt das Reisewerk einen Einblick in Orte der mitteldeutschen Industriekultur, führt zu Industriedenkmälern und Tagebaubaggern. Der „Weg der Kohle“ von der Baggerstadt Ferropolis zum Rest des einst größten Kraftwerks Europas in Zschornewitz oder die Führung zur Flut 2002 an Elbe und Mulde verschaffen ein Bild von den menschlichen Eingriffen in die Natur. Wer sich auf die Rad- oder Paddeltouren durch die Auenlandschaft begibt, kann fern der Hauptwege die geschützte, artenreiche Tier- und Pflanzenwelt im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe kennen lernen.

Doch auch die Angebote zur Stadtgeschichte sind vielseitig: Unter dem Titel „Stadtporträt“ lässt das Reisewerk in der Saison täglich die wechselvolle Geschichte Dessaus anhand von Zeitzeugen verschiedener Epochen auferstehen. Ökologische Visionen sind im funktionalen Bürogebäude des Umweltbundesamtes bereits Wirklichkeit geworden. Das Reisewerk bietet hier mehrmals wöchentlich Führungen an. Dessau, in den 20er Jahren geprägt vom rasanten Wandel zur modernen Industriestadt, ist die Stadt, in die das historische Bauhaus nach seiner Schließung in Weimar übersiedelte. Die Radtour zu den Bauhaus-Bauten besucht zahlreiche Stationen des Wirkens von Walter Gropius und seinen Künstlerkollegen. Anders als die gut ausgearbeiteten und erprobten Führungen sind die abendlichen „Stadtgänge“ ein kleines Wagnis ohne ausgefeiltes Konzept: Hier tauchen vor allem die Dessauer in Themen der Stadt ein, treffen Menschen, die die Stadt bewegen und suchen Orte mit ihren Geschichten auf. Die „Stadtgänge“ leben vom Austausch und enden für gewöhnlich beim spannenden Gespräch in einer Gaststätte. Zur Begegnung mit Luther lädt die musikalische Stadtführung durch Wittenberg ein.
Guido Fackiner und seine Kollegen glauben, dass die Verantwortung für die Region von unten wachsen muss und nur so aus den vielen einzelnen touristischen Leuchttürmen der Region ein gemeinsames Licht werden kann. Ihnen ist es dabei wichtig, sich auf spannende Experimente einzulassen und neue Wege - jenseits des Mainstream - einzuschlagen. Dabei darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Mitstreiter sind immer willkommen.

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