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Architektur- und Umwelthaus Naumburg

 


Architektur- und Umwelthaus Naumburg
Projektbeginn: 2008

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Akteur

Art des Akteurs: Verein/Initiative
Architektur- und Umwelthaus
Wenzelsgasse 9
06618 Naumburg
http://www.naumburger-buergerverein.de

Kontakt

mailto: auh-naumburg@t-online.de
Ansprechpartner*in: Bärbel Cronau-Kretzschmar

Projektbeschreibung

Das Architektur- und Umwelthaus AUH versteht sich als außerschulischer Lernort für Schulprojekte zum Thema Baukultur, als Lernkosmos für die Kleinsten im Bereich Umwelt, als Ort für Weiterbildungsangebote zum Thema Architektur und Umwelt,

als besonderer Freizeitbereich, als überregionaler Ausstellungs- und Diskussionsbereich mit Schwerpunkt Stadtentwicklung, als Informationszentrum und Anschauungsobjekt zum energiesparenden Bauen und als allgemeiner Treffpunkt für jung und alt.

Begonnen hat alles 2007: Als damals in der Naumburger Altstadt Schülerinnen und Schüler eine Brachfläche und die Umgebung vermaßen, fotografierten, zeichneten und Passanten nach ihren Vorstellungen zur Stadt befragten, hatte es mit dem Projekt „Architektur macht Schule“ des damaligen Architektur- und Umweltladens "Warum" zu tun. 

Die Architektin Bärbel Cronau-Kretzschmar und ihre Kollegen wollten junge Menschen dazu befähigen, sich mit Stadtentwicklung und Architektur im Allgemeinen und mit ihrer Stadt im Besonderen auseinander zu setzen, Baukultur und Baudenkmalpflege zu verstehen und Planungsprozesse zu durchdringen. In der Schule, sind sie überzeugt, wird zu wenig über Architektur und Stadt vermittelt, als dass die Menschen überhaupt mitreden können und es sich auch zutrauen, mitzureden.

Junge Leute wandern ab, die Bevölkerung schrumpft und wird im Durchschnitt immer älter, die Abrisse auch von denkmalgeschützter wertvoller Bausubstanz mitten im Herzen der Städte nehmen zu und zurück bleiben Flächen, die ungenutzt hinter Bretterzäunen verwildern. Naumburg ist da keine Ausnahme, auch wenn es eigentlich eine komplett erhaltene Altstadt mit einem Ring, kleinen Handwerker- und Bürgerhäusern hat. „Wenn das Kleine, Gedrängte der mittelalterlichen Altstadt erst einmal verschwunden ist, dann nützen auch die sanierten Neubauten am Stadtrand, die Bürgerhäuser und die große Fußgängerzone nichts mehr“, ist sich Architektin Bärbel Cronau-Kretzschmar sicher.
Gemeinsam mit dem Naumburger Umweltladen hat der Kreis engagierter Architekten, Bauingenieure, Denkmalpfleger und Lehrer den Architektur- und Umweltladen „Warum“ als Treffpunkt eröffnet. In Stadtgängen und in Projekten wie „Architektur macht Schule“ stellen sie den Zusammenhang von Architektur, Natur und Lebensqualität her. „Nachhaltiges Bauen heißt ja, wir müssen erst mal die Substanz nutzen, die wir haben“, erläutert Bärbel Cronau-Kretzschmar den Ansatz.
Für die Schülerinnen und Schüler der ersten 11. Klasse, die sich als Teil des Kunstunterrichtes auf die Spuren von „Architektur macht Schule“ begaben, war das Projekt ein spannendes Erlebnis, bei dem sie viel über Architektur und Stadt gelernt haben. Im Mittelpunkt stand eine exponierte Brachfläche in der Altstadt: Die Jugendlichen recherchierten im Stadtarchiv zur Geschichte des Ortes. Sie lernten Grundbegriffe der Architektur und Stadtplanung kennen, und sie stellten angesichts der schrumpfenden Bevölkerung von Naumburg die Frage nach der Zukunft. „Die Jugendlichen sollten sich Gedanken machen, was sie von der Stadt erwarten, was ihnen in Naumburg fehlt bzw. welche Nutzungen sich für diesen Ort eignen. Aber ihre Vorstellungen vom Wohnen und Leben in der Altstadt entsprachen dem, was wir so landauf landab hören - beispielsweise, dass Parkplätze und günstige Einkaufsmöglichkeiten fehlen“, erzählt Bärbel Cronau-Kretzschmar. „Deswegen ging es uns vor allem darum, die Phantasie anzuregen, räumliches Vorstellungsvermögen und Kreativität zu entwickeln.“ Der örtliche Denkmalpfleger führte die Schülerinnen und Schüler durch drei typische Naumburger Bürgerhäuser, zeigte ihnen idyllisch genutzte Hinterhöfe und stieg mit ihnen in die Unterwelt der Stadt hinab. Bei einem Besuch in Leipzig ließen sich die Jugendlichen an bereits realisierten Projekten zum „Wohnen in der Stadt“ erklären, wie die Stadt versucht, durch attraktive Grundstücke und moderne Architektur zu verhindern, dass Bauwillige ins Umland abwandern.
Aus ersten Skizzen der Jugendlichen wurden Entwürfe – aus Entwürfen maßstabsgerechte Modelle. Wie in einem richtigen Architekturwettbewerb stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen zum Abschluss einer Jury aus den beteiligten Architekten und Bauingenieuren, dem Denkmalpfleger und einer örtlichen Journalistin vor. Bärbel Cronau-Kretzschmar und ihre acht Kollegen wollen auf jeden Fall weitermachen, denn „Architektur mach Schule“ stieß auf lebhaftes Interesse. Um ihre Ideen künftig noch besser an die Schulen zu bringen, haben sie sich in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Sachsen-Anhalt an Architekturfortbildungen für Lehrer beteiligt. Außerdem haben sie die Stadt überzeugt, sich an der internationalen Bauausstellung 2010 unter dem Motto „Bürger bilden Städte – Städte bilden Bürger“ zu beteiligen. Naumburg soll zu einem Bildungs- und Lernort für Architektur, Stadt und Umwelt werden.

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