Dokumentarfilm D 2012, 105 Minuten
Regie: Dirk Heth und Olaf Winkler

Vom Wert der Arbeit

“Und dann sagt der Markt: Dein Wert ist Null, wir brauchen dich gar nicht.”
In einem leisen und nachdenklichen Film gehen die Filmemacher Heth und Winkler der Frage nach, in welchen Wertekosmos sich Arbeit für den Einzelnen und die Gesellschaft platziert. Sie stellen im Namen der nachfolgenden Generation die Frage, was ein Mensch wert ist und ob der Mensch tatsächlich für den Markt da sein muss oder der Markt für den Menschen?

Am Beispiel von ‘Bürgerarbeitern’, denen Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanziert wird, reflektiert der Film in ungewöhnlicher ästhetischer Bildsprache d a s zentrale gesellschaftliche Problem schlechthin: ARBEIT.

Heth und Winkler erzählen von Menschen, die engagiert sind und arbeiten, auch ohne Verträge im sogenannten ersten Arbeitsmarkt. Sie portraitieren Menschen, die nicht aufgeben, die ihre Würde und den Sinn ihres Lebens in der Arbeit für andere sehen.

Dafür haben sich die Filmemacher auf eine sehr persönliche Suche begeben und vier Jahre lang das Projekt Bürgerarbeit – von seiner Entstehung auf kommunaler und regionaler Ebene bis zur Verankerung im Regierungsprogramm – begleitet. Ihr Reise führt sie nach Eggesin, einem Städtchen in einem der strukturschwächsten Gebiete Deutschlands. Dort beobachten die Filmemacher nun die Ansätze des Umdenkens – Ansätze eines radikalen Wandlungsprozesses. Es werden Menschen portraitiert, die nützlich sein möchten. Sie wollen auf keinen Fall dem Staat auf der Tasche liegen, hangeln sich aber von einem prekären Arbeitsverhältnis zum anderen.

Der Film räumt mit dem Mythos auf, dass alle Menschen einen Platz auf dem sogenannten Ersten Arbeitsmarkt, dem wettbewerblichen Arbeitsmarkt haben können und mit dem Irrtum, dass es ein Arbeitsleben außerhalb der Bewertung des Marktes gäbe.

„Der große Irrtum“ ist ein filmischer Reisebrief durch fünf Jahre Deutschland, gerichtet an die eigenen Kinder, wenn sie erwachsen sind. Ein Brief, der auf eine profane Erkenntnis zielt: Wir verantworten gemeinsam, welche Stellung der "Marktwert" in unserer Gesellschaft und damit im eigenen Leben hat. Die Schlusseinblendung des Films macht das ganz klar: Die UN hat prognostiziert, dass in den nächsten zehn Jahren weltweit 600 Millionen Arbeitsplätze gebraucht würden.

Fast nebenbei regt der Film kreative Gedankenspiele an, Alternativen zum vorherrschenden leistungs- und marktorientierten Geist. Vielleicht zählt im Leben ja doch mehr als nur unbegrenztes Wachstum.

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