Deutschland ist noch meilenweit von einer nachhaltigen Entwicklung entfernt. Auf die neue Bundesregierung warten viele Baustellen, auf denen sich zeigen wird, ob sie es ernst meint mit der Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele. Zu diesem Schluss kommt ein breites Bündnis von Spitzenverbänden, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen in seinem Bericht Deutschland und die globale Nachhaltigkeitsagenda 2017 – Großbaustelle Nachhaltigkeit. Er wird am 5. September 2017 in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.

Praxisleitfaden unterstützt Unternehmen, Nachhaltigkeit und Transparenz in Lieferketten zu stärken

Ab dem Geschäftsjahr 2017 kommen auf große börsennotierte und kapitalmarktorientierte Unternehmen konkretere Anforderungen in Bezug auf die Betrachtung ihrer Liefer- und Wertschöpfungsketten zu. Hintergrund sind neue Regelungen über die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Unternehmen im Rahmen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes. Dies betrifft indirekt auch kleine und mittelständische Unternehmen, soweit sie Zulieferer für diese Großunternehmen sind. Darüber hinaus werden generell Nachhaltigkeitsaspekte in der Lieferkette zunehmend geschäftsrelevant. Die Unternehmen stehen bei der praktischen Umsetzung jedoch oftmals vor großen Herausforderungen - etwa komplexen Lieferbeziehungen, schlechter Datenverfügbarkeit oder geringen Einflussmöglichkeiten auf Lieferanten. Daher ist es wichtig, dass sie ihre begrenzten Ressourcen dort einsetzen, wo der größte Nutzen für Unternehmen, Mensch und Umwelt erzielt werden kann.

Der Leitfaden des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes bietet Unternehmen Hilfestellungen zur nachhaltigen Gestaltung ihrer Lieferketten. Er erläutert Schritt für Schritt und anhand vieler Praxisbeispiele, wie Unternehmen Transparenz entlang der Lieferkette herstellen, ihre Risiken und Chancen identifizieren, bewerten und priorisieren, Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten gestalten und über ihr Engagement berichten können. Erfahrene Unternehmensvertreter haben im Rahmen von Workshops, Interviews und Fallstudien ihren Sachverstand zur Verfügung gestellt und wertvolle Tipps für ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement gegeben. Dabei konnten sie teilweise auf einem seit Jahren in ihren Unternehmen etabliertes Umweltmanagementsystem aufbauen.

Der Leitfaden kann beim Publikationsversand der Bundesregierung bestellt (E-Mail an: //Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!" target="_blank" rel="">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) und von der Website des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes heruntergeladen werden.

Der Konzernatlas zeigt Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie und ist ein Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Oxfam Deutschland, Germanwatch und Le Monde diplomatique. Er beleuchtet die Aufteilung der Lebensmittelproduktion unter den großen Konzernen und dem Trend zur Machtkonzentration. Übernahmen wie die von Monsanto durch Bayer oder die Aufteilung der Märkte von Kaisers/ Tengelmann zwischen Rewe und Edeka sind nur die Spitze eines Eisberges, zu dem eine problematische Marktmacht und großer politischer Einfluss gehören. Außerdem wird die weltweite Verantwortung der industriellen Landwirtschaft für gravierende Klima- und Umweltprobleme aufgezeigt.

Hier gibt es den Konzernatlas zum kostenlosen download.

Wer Neuland gewinnt, verändert die Gesellschaft. Das geschieht, indem das gesellschaftliche Miteinander neu begründet oder die Lebensqualitättät vor Ort verbessert wird. Dabei sind es nicht immer die großen Entwürfe in die Zukunft, um die es geht, sondern es ist die mühsame Arbeit ein leeres Gebäude wieder mit Leben zu füllen, einen alten Bahnhof wieder in Gang zu bringen oder die Nachbarn zu bewegen, einander im PKW mitzunehmen. Nach mehr als zwei Jahren ziehen die ersten Neulandgewinner ihre eigenen Bilanzen. Ihre Mentoren haben die Erfahrungen zusammengetragen, um auch andere zum Neuland gewinnen anzustiften.

Erhältlich im Buchhandel oder portofrei unter beim Christoph Links Verlag, 272 Seiten, viele farbige Abbildungen, 25 Euro, ISBN 978-3-86153-949-0

Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Entwicklung von Kriterien und Indikatoren für die Ausweisung nachhaltiger Tourismusdestinationen“ wurden rund 1400 national und international existierende Destinationskriterien für nachhaltigen Tourismus miteinander verglichen und evaluiert. Dieser Praxisleitfaden dokumentiert das Ergebnis des Vorhabens: Ein 40-teiliges, bundesweit anwendbares Kriterien-Set, das sowohl den Anspruch der Praxistauglichkeit als auch wichtige Anforderungen bereits bestehender Systeme erfüllt.

Webseite des Deutschen Tourismusverband

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Wie Politik und Wirtschaft das Klima anheizen, Natur vernichten und Armut produzieren.

Kathrin Hartmann, Karl Blessing Verlag, 2015, 448 Seiten

Wirtschaftswachstum und überbordender Konsum, so die frohe Botschaft der sogenannten dritten industriellen Revolution, sind gut für die Welt, solange sie innovativ und intelligent gemacht sind. Mit ihr werden wir auch den Klimawandel meistern. Die technikbegeisterte Mittelschicht hört das gern. Für die Autorin und Journalistin Kathrin Hartmann entpuppt sich grünes Wachstum als ein Heilsversprechen großer Teile unserer Elite in Wirtschaft und Politik. Doch auch der Rohstoffhunger des grünen Kapitalismus ist riesig: Selbst für nachhaltiges Palmöl, das in Biodiesel und Fertigprodukten steckt, werden Regenwälder gerodet und Menschen vertrieben. Wenn es um den Kampf gegen die Erderwärmung geht, setzen viele Experten auf den Umbau der Wirtschaft zu einer Green Economy. Zu Unrecht, findet Autorin des Buchs "Aus kontrolliertem Raubbau." Das, was als grünes Wachstum deklariert werde, habe schwerwiegende Nebenwirkungen. Sie spricht von einem grünen Kolonialismus, der nur den Rohstoffhunger der westlichen Welt stillt. "Auch im grünen Kapitalismus bleiben die altbekannten Macht-, Besitz- und Produktionsverhältnisse bestehen. Lange Zeit hat der reiche Westen diese Grenzen in die Länder des Südens ausgedehnt … . Jetzt bürdet er den Menschen dort auch noch die Lösungen seiner Energie- und Klimaprobleme auf."

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Ein von regionalen Akteuren unter Beteiligung kommunaler Partner entwickelter Windpark stärkt die regionale Wertschöpfung fast achteinhalb Mal so stark wie ein von externen Projektierern gebauter. Das hat eine von der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) beim IdE Institut für dezentrale Energietechnologien beauftragte Studie ergeben.

http://www.sun-stadtwerke.de/fileadmin/dokumente/broschueren/2015_31_05_RWS_Abgabeversion_Kurz.pdf