Wie Politik und Wirtschaft das Klima anheizen, Natur vernichten und Armut produzieren.

Kathrin Hartmann, Karl Blessing Verlag, 2015, 448 Seiten

Wirtschaftswachstum und überbordender Konsum, so die frohe Botschaft der sogenannten dritten industriellen Revolution, sind gut für die Welt, solange sie innovativ und intelligent gemacht sind. Mit ihr werden wir auch den Klimawandel meistern. Die technikbegeisterte Mittelschicht hört das gern. Für die Autorin und Journalistin Kathrin Hartmann entpuppt sich grünes Wachstum als ein Heilsversprechen großer Teile unserer Elite in Wirtschaft und Politik. Doch auch der Rohstoffhunger des grünen Kapitalismus ist riesig: Selbst für nachhaltiges Palmöl, das in Biodiesel und Fertigprodukten steckt, werden Regenwälder gerodet und Menschen vertrieben. Wenn es um den Kampf gegen die Erderwärmung geht, setzen viele Experten auf den Umbau der Wirtschaft zu einer Green Economy. Zu Unrecht, findet Autorin des Buchs "Aus kontrolliertem Raubbau." Das, was als grünes Wachstum deklariert werde, habe schwerwiegende Nebenwirkungen. Sie spricht von einem grünen Kolonialismus, der nur den Rohstoffhunger der westlichen Welt stillt. "Auch im grünen Kapitalismus bleiben die altbekannten Macht-, Besitz- und Produktionsverhältnisse bestehen. Lange Zeit hat der reiche Westen diese Grenzen in die Länder des Südens ausgedehnt … . Jetzt bürdet er den Menschen dort auch noch die Lösungen seiner Energie- und Klimaprobleme auf."