Von Helden der Arbeit zur neuen Unterschicht?

Lebenslagen junger Erwachsener in wirtschaftlichen Abstiegsregionen der neuen Bundesländer

Ziel der vorliegenden Studie ist es, Wissenslücken zu schließen. Denn es existieren kaum Untersuchungen über die Menschen, die in den peripheren Regionen der neuen Bundesländer zurück bleiben.

Studie, Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, 2007

 

Was sind ihre Motive für die Heimatverbundenheit? Worin unterscheiden sich jene, die bleiben, von denen, die gehen? Warum entscheiden sich Männer viel häufiger als Frauen gegen die Abwanderung? Welche Auswirkungen hat das Fortgehen auf das Zusammenleben in den Kommunen? Entsteht durch den Männerüberschuss eine patriarchalische Jugendkultur, die Frauen zusätzlich zur Abwanderung treibt? Treibt der Frauenmangel die Männer ins rechte Lager oder beeinflusst er die Kriminalitätsrate? Verändern sich die Geschlechterrollen, die Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen? Oder wirkt sich das zahlenmäßige Missverhältnis von Frauen und Männern gar nicht auf den sozialen Alltag aus?

 

Auszug aus dem Inhalt:

 

[...] Genau diese misslichen Lebensverhältnisse erschweren es, den weiteren wirtschaftlichen und demografischen Abwärtstrend aufzuhalten oder gar umzukehren. Die vorwiegend jungen Männer, die in den wirtschaftsschwachen Landstrichen zurückbleiben, sind auf dem Arbeitsmarkt, in der Bildung und bei der Partnerfindung benachteiligt. Im statistisch gar nicht seltenen Extremfall bedeutet das: kein Job, keine Ausbildung, keine Partnerin. Diese Personen sind damit von einer Teilhabe in wesentlichen gesellschaftlichen Bereichen ausgeschlossen. Da sich dieser Zustand bereits über Jahre verfestigt, ist zu befürchten, dass in den entsprechenden Regionen eine neue, männlich dominierte Unterschicht entstanden ist, die sich dauerhaft zu etablieren droht.