Die Fleischfrage

Was hat unser Fleischkonsum mit der Rodung tropischer Regenwälder in Südamerika zu tun? Wie viel Soja wird für Futtermittel nach Deutschland importiert? Wie groß ist der „Soja-Fußabdruck“ eines jeden Deutschen? Die neue WWF Studie „Fleisch frisst Land“ erklärt, wie viel Fläche wir für unseren Fleischkonsum opfern!

Weltweit wächst der Appetit auf Fleisch. Von 1970 bis 2009 hat sich die weltweite Fleischproduktion fast verdreifacht: Von knapp über 100 Mio. Tonnen auf fast 300 Mio. Tonnen pro Jahr. Jeder Deutsche isst pro Jahr im Schnitt rund 60 kg Fleisch. Gesund wäre weniger als die Hälfte. Privatsache? Gute Frage.

Eine Fläche von der Größe Österreichs wird benötigt, um den Hunger auf Fleisch der Deutschen zu befriedigen. Der aktuellen WWF-Studie zufolge braucht Deutschland 8,42 Millionen Hektar, nur um den Fleischkonsum seiner Bewohner zu sichern. "Der weltweit steigende Hunger nach Fleisch hat einen bitteren Beigeschmack. Er heizt das Klima an und trägt zum Artensterben bei.", warnt Tanja Dräger de Teran, Referentin für Ernährung beim WWF Deutschland anlässlich der Veröffentlichung der Studie "Fleisch frisst Land" in Berlin.

Derzeit wird ungefähr ein Drittel der gesamten Landoberfläche als Weideland oder Ackerfläche zur Futtermittelproduktion genutzt. Tendenz steigend, denn es werden immer mehr Tiere gehalten. Ein entscheidender Bestandteil des Futtermittels stellt inzwischen Soja dar.

Um die negativen, ökologischen Auswirkungen des Fleischkonsums zu mindern, rät der WWF, nicht nur weniger, sondern auch besseres Fleisch zu essen. Empfehlenswert seien Produkte, die nach den Kriterien des EU-Biosiegels, der Bio-Anbauverbände und dem Produktionsverband Neuland hergestellt wurden. Auch "Weidefleisch" stelle eine Alternative dar. Doch nicht nur die Verbraucher seien gefordert, auch die Fleischindustrie und die EU-Agrarpolitik müssten endlich den Gedanken der Nachhaltigkeit konsequent umsetzen, so die Forderung des WWF. Dazu gehöre auch, heimische Futtermittel in der EU wieder verstärkt zu fördern, um zukünftig vermehrt Soja ersetzen zu können.

 

zur Studie