Gesellschaft alter Männer

Laut einer von der Bertelsmann-Stiftung am 26.10.2011 in Gütersloh vorgestellten Studie wird Sachsen-Anhalt den stärksten Bevölkerungsrückgang aller Bundesländer erleben. Bis zum Jahr 2030 sehen die Forscher die Einwohnerzahl um nahezu 20 Prozent auf 1,9 Millionen Menschen schrumpfen. Gleichzeitig nehme die Zahl der Hochbetagten um gut die Hälfte zu.
Für ganz Deutschland erwarten die Autoren der Studie einen Bevölkerungsrückgang um 3,7 Prozent. In Sachsen-Anhalt wird er nach ihren Berechnungen allerorten über dem Bundesdurchschnitt liegen. Diese dramatische Entwicklung betreffe ausnahmslos alle Kreise, heißt es in der Studie. Mit minus 6,5 Prozent sei der geringste Rückgang in Magdeburg zu erwarten, der stärkste mit minus 26,3 Prozent im Landkreis Mansfeld-Südharz. Auch im Landkreis Anhalt-Bitterfeld und im Salzlandkreis werde es einen Bevölkerungseinbruch geben. Hier würden im Jahr 2030 rund ein Viertel weniger Menschen leben als heute.


Die Veränderungen der Bevölkerungszahlen gehen mit deutlichen Verschiebungen in der Altersstruktur einher. So werden im Jahr 2030 der Studie zufolge etwa 36,3 Prozent weniger Kinder unter drei Jahren in Sachsen-Anhalt leben als heute. Der Anteil der über 80-Jährigen wird rund 10,1 Prozent der Bevölkerung betragen und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 8,3 Prozent liegen. Jeder zweite Einwohner des Landes werde dann älter als 54,8 Jahre sein. Die Bertelsmann Stiftung hat ihre bundesweite Bevölkerungsprognose für rund 3200 Kommunen gerechnet. Demnach wird Deutschland bis 2030 die Grenze von 80 Millionen Einwohnern unterschreiten. Regional gibt es eine große Bandbreite, ob die Gesamtbevölkerung schrumpft oder wächst.
Nach den Vorausberechnungen der Bertelsmann Stiftung nimmt vor allem die Zahl der Männer im hohen Alter stark zu. Sie werde sich bis zum Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Die Zahl der über 80-jährigen Frauen werde dagegen nur um knapp 40 Prozent zunehmen. «Die Alterung in Deutschland schreitet aber auch insgesamt voran. Bis 2030 wird die Hälfte der Einwohner älter als 49 Jahre sein. Besonders stark altern Sachsen-Anhalt und Thüringen », hieß es.

Unter der Webadresse www.wegweiser-kommune.de hat die Stiftung Daten zu den Auswirkungen des demografischen Wandels für alle Kommunen ab 5000 Einwohnern ins Netz gestellt.