Studie des Wuppertal-Institutes zeigt strategische Perspektiven für Kommunen, Länder und Bund.

Welche Instrumente es für Kommunen und Bundes- wie Länderregierungen gibt, Anreize für ein ressourcenschonendes Leben zu schaffen, Flächen, Energie oder Material einzusparen, zeigt eine neue Studie des Wuppertal Instituts. Empfohlen werden darin Maßnahmen für die Bereiche Wohnen, Mobilität und öffentliche Ausschreibungen. So könnten beispielsweise im Bereich Wohnen Kommunen den teils erheblichen Leerstand von Büros nutzen und deren Umbau zu Wohnungen unterstützen. Auch die Förderung von genossenschaftlichem Wohnen mit geteilten Wohn-, Arbeits- und Gemeinschaftsräumen würde zur Ressourcenschonung beitragen, wie Beispiele in der Studie zeigten. Eine bundesweite Beschränkung des Neubaus würde es den Kommunen ermöglichen, sich vorhandenen Alternativen zuzuwenden, ohne Wettbewerbsnachteile befürchten zu müssen.

Die Studie "Kommunale Suffizienzpolitik. Strategische Perspektiven für Städte, Länder und Bund" steht auf der Website des BUND zum Download zur Verfügung.

Über 40 Organisationen aus der bundesweiten Klima-Allianz, darunter auch die ANU, legen den gemeinsamen „Klimaschutzplan 2050“ vor und fordern Nachschärfung der nationalen Klimaziele: Rechtzeitig zur Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens am vergangenen Freitag in New York appelliert ein breites Spektrum von über 40 Organisationen an die Bundesregierung, die nationalen Klimaschutzziele zu verschärfen und dies gesetzlich festzuschreiben. Für das Jahr 2050 müsse das deutsche Klimaschutzziel auf mindestens 95 Prozent weniger CO2 im Vergleich zu 1990 angehoben werden. Dies erforderten die Pariser Klima-Beschlüsse, mit denen sich die Weltgemeinschaft auf eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, und wenn möglich unter 1,5 Grad Celsius, geeinigt hat. Derzeit liegt das deutsche Klimaziel für das Jahr 2050 bei 80 bis 95 Prozent CO2-Reduktion. In einem am 20. April 2016 in Berlin vorgestellten „Klimaschutzplan 2050 der Zivilgesellschaft“ heißt es, dass ein ambitionierter Klimaschutzpfad nur eingeschlagen werde, wenn Deutschland sein Reduktionsziel von 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 erreicht. Dafür sei u. a. ein zusätzliches Abschalten von Braunkohlekraftwerken notwendig.
Mit ihren Vorschlägen wollen die Organisationen der Bundesregierung einen national und international angemessenen Rahmen für deren Klimaschutzplan 2050 setzen. Dieser soll vom Kabinett noch vor dem Sommer verabschiedet werden. In ihrem Papier analysieren die Verfasser des „Klimaschutzplans 2050 der Zivilgesellschaft“ sämtliche relevanten Bereiche, von der Energiewirtschaft über den Verkehr, die Industrie, den Handel und den Gebäudebereich bis zur Landwirtschaft. Bildung wird als eine der zentralen Forderungen für die Umsetzung der Ziele aufgeführt.

 

Die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist ungebrochen. Das geht aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney hervor. Dazu wurden im Juni dieses Jahres 1.000 Verbraucher in den drei Ländern befragt. Gegenüber dem Vorjahr kaufen 35 Prozent mehr Verbraucher wöchentlich regionale Lebensmittel. Zudem ist der Anteil Verbraucher, bei dem regionale Lebensmittel einen Anteil von 20 Prozent und mehr am Warenkorb ausmachen, innerhalb eines Jahres um 10 Prozent gestiegen. Nach wie vor ist der Begriff der Regionalität nicht einheitlich definiert, doch die Transparenz wächst, etwa mit der Einführung der freiwilligen Kennzeichnung des Regionalfensters in Deutschland. Darüber hinaus erkennen die Verbraucher regionale Lebensmittel vor allem an ihrer Verpackung/Aufschrift, an der Direktvermarktung etwa auf Wochenmärkten, in Hofläden und über Abo-Kisten und anhand von regionalen Handelsmarken. Regionale Lebensmittel kaufen 48 Prozent der DACH-Konsumenten in großen Supermärkten ein, 43 Prozent auf Wochenmärkten/bei Biobauern, 39 Prozent in kleinen Supermärkten und 29 Prozent bei Discountern. Die Befragten nennen vor allem Geschmack und Frische als die wichtigsten Faktoren bei ihrer Kaufentscheidung. Zwar hat der Einzelhandel im letzten Jahr schon viele Maßnahmen ergriffen, um von diesem wachsenden Markt zu profitieren. Zusätzliche Potenziale kann er jedoch erschließen, in dem er weiterhin für eine differenzierte Preisgestaltung sorgt, das Angebot ausweitet und mit mehr Transparenz das Vertrauen der Verbraucher stärkt.

Zur Studie (Kurzfassung)

Ein Ansatz zur Entwicklung einer kommunalen Nachhaltigkeitssteuerung

Das vorliegende Handbuch unterstützt Kommunalverwaltungen bei der Entwicklung einer kommunalen, integrierten Nachhaltigkeitssteuerung. Basierend auf der Annahme, dass Kommunen einzigartig sind, ist auch für jede Kommunalverwaltung eine spezifische Nachhaltigkeitssteuerung (weiter) zu entwickeln. Individuelle Potenziale der Kommunalverwaltungen werden genutzt und Stolpersteine erkannt. Das Handbuch hilft Kommunalverwaltungen dabei, individuelle Potenziale zu nutzen und Stolpersteine zu erkennen. Es zeigt Wege auf, wie Kommunalverwaltungen selbst nachhaltig handeln können.

Studie des Thünen-Instituts, 02/2013

Das Thünen-Institut hat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) die Nahversorgung im ländlichen Raum untersucht und festgestellt, dass sich Versorgungseinrichtungen und Lebensmittelmärkte zunehmend aus kleineren Orten zurückziehen. Trotzdem stellen Gemeinden nur wenige Förderanträge, um die Versorgungslücke zu schließen.

Ziel des Forschungsprojektes war es, einen systematischen Überblick über aktuelle Handlungsansätze zur Sicherung der Nahversorgung in ländlichen Räumen zu gewinnen. Die verschiedenen Versorgungskonzepte wurden auch auf ihre Übertragbarkeit überprüft. Ergänzt wurde die Untersuchung mit ausländischen Beispielen – aus Finnland, den Niederlanden, Österreich, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz.

Die Studie, die auf der Website des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) veröffentlich ist, stellt zudem Dorfläden vor, die erfolgreich wirtschaften.

zur Studie

Der wwf untersucht in dieser Studie (2015) die Verluste an lebensmitteltauglichen Produkten entlang der gesamten Wertschöpfungsketten, also vom Feld bis zum Teller, und kommt zu dem Schluss: sie sind enorm – weltweit, aber auch in Deutschland.

Über 18 Mio. t Nahrungsmittel landen in Deutschland pro Jahr in der Tonne, davon wären bereits heute 10 Mio. vermeidbar. Insgesamt gehen in Deutschland, wenn die gesamte  Wertschöpfungskette bis hin zum Endverbraucher betrachtet wird, über 18 Mio. t Nahrungsmittel verloren. Dies entspricht fast einem Drittel des aktuellen Nahrungsmittel verbrauchs
Deutschlands (54,5 Mio. t). Davon wären über die Hälfte vermeidbar, fast 10 Mio. t. Mit anderen Worten: 10 Mio. t an genusstauglichen Nahrungsmitteln,die unter hohem Arbeits- und Ressourcenaufwand produziert worden sind, landen letztendlich irgendwo entlang der Wertschöpfungskette oder beim Endverbraucher im Müll. Besonders hoch sind dabei die Tonnagen an vermeidbaren Verlusten bei Getreideerzeugnissen mit knapp 2 Mio. t (vor allem Brot und Backwaren) sowie bei Obst und Gemüse mit jeweils ca. 1,5 Mio. t. Auch Kartoffel- und Milcherzeugnisse gehen mit jeweils über 1 Mio. t noch in einem beachtlichen Ausmaß verloren. Gerade für Produkte wie Getreide, Kartoffeln und Milch ist dies bedenklich, da die  Vermeidbarkeit von Verlusten hier als vergleichsweise hoch eingestuft wird....
 

Christina Emmermann
Stakeholderbasierte Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten - Kriterienkatalog für Lebensmittel

»Der Mensch ist, was er isst« – in einer von Lebensmittelkonzernen geprägten, globalisierten Welt erhält dieser Satz eine neue Bedeutung: Von Erzeugung über Weiterverarbeitung bis zu Vermarktung und Verkauf nimmt die Branche großen Einfluss auf die soziale und natürliche Umwelt, von einer nachhaltigen Produktion ist sie jedoch noch weit entfernt. Dieses Buch untersucht die Auswirkungen der Herstellung von Back- und Süßwaren, Fleisch, Milch sowie von Obst und Gemüse auf Ökologie, Ökonomie und Soziales sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Und es gibt einen Überblick, welche Handlungen dem Anspruch eines nachhaltig wirtschaftenden Unternehmens entgegenstehen. Daneben werden Antworten auf die Frage formuliert, wie den Produzenten geholfen werden kann, ihre Arbeit richtig einzuschätzen und die nötige Verantwortung für ihr Wirtschaften nicht nur zu benennen sondern auch zu übernehmen. Unter besonderer Berücksichtigung des Stakeholder-Ansatzes entwickelt die Autorin Kriterienkataloge, die den Unternehmen eine klare Analyse bieten und von Lebensmittelherstellern als konkrete Anleitung genutzt werden können.

410 Seiten, oekom verlag München, 2014
ISBN-13: 9783865814890