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Zwei europäische Projekttreffen und Interviews zu Multilokalität

Auch wenn die ursprünglich Mitte April 2020 in Schlierbach und im September 2020 in Polen anberaumten Projekttreffen aufgrund der Covid-19-Maßnahmen online abgehalten wurden, kann das Projektteam gute Fortschritte vermelden. So wurden, um einen tieferen Einblick in die Lebensweise von multilokal lebenden Menschen zu erhalten, in der zweiten Jahreshälfte qualitative Interviews mit Multilokalen geführt sowie europäische Good Practice Beispiele zu diesem Themenkomplex recherchiert.

Wie sich dabei herauskristallisierte, möchten sich viele Menschen, die aus den verschiedensten Gründen ihren Lebensalltag auf mehrere Orte aufteilen, gerne auch weiterhin in das soziale Gefüge ihrer Heimatgemeinden einbringen und aktiv zu einem gelingenden Miteinander beitragen, zum Beispiel als Mitglieder in Vereinen oder in der Kommunalpolitik. Oftmals fehlt es ihnen jedoch an den Möglichkeiten, alles unter einen Hut zu bringen und an allen Wohnorten gleichermaßen integriert zu sein, ohne dass eine Komponente darunter leidet. Häufig ist auch die mangelnde Kommunikation zwischen den ländlichen Gemeinden und den Weggezogenen Grund für deren Fernbleiben.

Während das erste Onlinetreffen organisatorisch-inhaltlichen Fragen wie der Entwicklung des Interviewleitfadens diente, nahmen am zweiten Onlinetreffen, das das Sozialökologische Institut (SIE) in Polen vorbereitete, Adam Czarnecki und Ruta Spiewak als Referenten teil. Beide forschen im Rahmen des Rural Development Institute zum Thema Zweit- und Mehrfamilienhausbesitzer und zur Frage, welche Möglichkeiten aber auch Risiken das Wohnen an mehreren Orten für die lokale und regionale Entwicklung mit sich bringen kann. In Polen lässt sich seit einigen Jahren ein wachsendes Interesse an intensiv genutzten Zweitwohnungen in ländlichen Gebieten beobachten, durch die Pandemie noch einmal verstärkt. Die Neuankömmlinge nehmen jedoch kaum am sozialen Leben in den Gemeinden teil.

Um die Diskrepanzen im Lebensalltag von Multilokalen zu reduzieren und Chancen dieser Lebensweise nutzen zu können, bedarf es Lösungen. Hier kann die Erwachsenenbildung ansetzen und multilokal lebende Menschen mit maßgeschneiderten Angeboten und unter Einbeziehung der bereits existierenden und funktionierenden Modelle dabei unterstützen, das Potential ihrer Lebensweise zu erkennen und zu entfalten.

Das von der EU geförderte Erasmus+ Projekt MChance hat eine Laufzeit von 18 Monaten und fördert den europäischen Austausch von Good Practice Modellen. Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie bei Mag. Stefanie Kothgaßner, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und in den Newslettern zu Projekt.


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